Manuelle Medizin

Was ist Manuelle Medizin?

Die Manuelle Medizin behandelt reversible Funktionsstörungen der Wirbelsäule sowie der großen und kleinen peripheren Gelenke. Da diese sowohl durch Muskelspannungen als auch durch Gelenkhypomobilität (Blockierung) bedingt sein können, wird mit sanften Muskeltechniken als auch mit chirotherapeutischen Manipulationen behandelt. 

 

Geschichtliches

In Deutschland gab es immer schon Laienheiler, die Menschen bei Schmerzen und Bewegungseinschränkung mit gezielten Handgriffen helfen konnten. Die Techniken ähnelten den heutigen chirotherapeutischen Praktiken.

Durch den Begründer der Osteopathie Dr. Andrew Taylor Still war im anglo-amerikanischem Raum ein Übergang von Laientechniken in eine medizinische Disziplin gelegt worden, die zunehmend wissenschaftlich begründet wurde und als medizinische Ausbildung in diesen Ländern auch universitär gelehrt wird.

Neben den Funktionsstörungen an Gelenken und Muskeln werden Zug und Spannung an den Organen, ihrer Aufhängung im Bauchraum sowie den Faszien (Muskelhaut) und dem Peritoneum (Bauchfell) behandelt und behoben. Hierdurch lassen sich Störungen von Organfunktionen und eine Fortleitung der Beschwerden auf den Stützapparat beheben. Hinzu kommen Techniken zur Lockerung der Schädelnähte und Dehnung und Entspannung der Hirnhaut die vom Schädel über das Rückenmark bis ins Kreuzbein reicht.

Deutsche Ärzte lernten die Behandlung von Funktionseinschränkungen des Bewegungsapparates erst durch Ärzte aus den britischen und amerikanischen Besatzungszonen als Bestandteil ärztlicher Behandlung kennen und anzuwenden, welche sie dann Chirotherapie nannten. Die Entwicklung der relativ neuen Therapiemethode erfolgte zunächst in verschiedenen kleinen Gruppierungen. Es wurde wissenschaftlich versucht, die Therapiemethode zu ergründen und weiterzuentwickeln. Bald wurde sie von den beteiligten Ärzten Manuelle Medizin genannt, weil mehr und mehr die Zusammenhänge von Anatomie, Physiologie, Neurophysiologie und Biomechanik erkannt wurden. Der Begriff Chirotherapie beschrieb zwar die Behandlungsmethode ließ aber zu große Lücken bei der Beschreibung des eigentlichen Potentials.

Die drei größten Chirotherapeutenvereinigungen ÄMM, DGMSM und MWE gründeten einen Dachverband, die Deutsche Gesellschaft für Manuelle Medizin (DGMM).