Osteopathie

Allgemeines zur Osteopathie

Die von Ärzten und Physiotherapeuten ausgeübte Osteopathie findet ihren Ursprung in Handgriffen von Laienbehandlern wie zum Beispiel Knochensetzern, Schamanen und ehemals Badern.

Nur zögerlich wurde diese ganzheitliche Methode zur Wiederherstellung des Körpergleichgewichtes von den Ärzten angenommen und kann dennoch mittlerweile als wissenschaftlich fundierte Behandlungsmethode mit universitären Ausbildungsgängen insbesondere im angloamerikanischen Raum nicht mehr weggedacht werden.

Auch in Deutschland wird die wissenschaftliche Anerkennung der Osteopathie insbesondere durch die unter dem Dachverband der DGMM zusammengefassten Schulen vorangetrieben.

Je intensiver sich die Medizin mit den funktionellen Zusammenhängen von Körper und Geist unter Rücksicht auf Anatomie, Neuroanatomie, Embryologie, Biochemie und Physiologie befasst, um so deutlicher wird der "schulmedizinische" Aspekt und die Ganzheitlichkeit der Heilmethode wird untermauert.

 

Craniosacrale Osteopathie

Die craniosacrale Osteopathie macht sich die minimalen, aber messbaren Bewegungen der Schädelnähte und des Kreuzbeins (Sacrum) zunutze.

Bei geschultem Tastsinn kann eine, im Idealfall harmonische, Bewegung des Schädels mit minimaler Ausdehnung in die Breite und dann wieder in die Länge über die verzahnten, aber nicht verknöcherten Schädelnähte ertastet werden. Ähnlich der Brustkorbatmung liegt ein regelmäßiger Rhythmus vor.

Erklärungen hierfür gibt es noch nicht eindeutig. Da aber jede einzelne Zelle des Körpers eine gewisse Eigenbewegung mit aktiven Stoffwechsel besitzt, wird gemutmaßt, dass es sich bei der craniosacralen Bewegung um einen Summationseffekt der Zellbewegungen handelt.

 

Störungen im gesamten Körpers können den craniosacralen Rhythmus verändern!

 

Rein anatomisch gesehen kann der Osteopath mit Handgriffen und sanften Bewegungen auf den Knochen selber, die harte Hirnhaut (Dura) und die darin zirkulierende Hirnflüssigkeit (Liquor) einwirken.

Manuelle Impulse sind auf die von Kopf bis Fuß ineinander gehenden Muskelhäute (Faszien), die im Schädel liegenden Blut- und Lymphgefäße sowie auf die Hirnnerven und die aus dem Rückenmark austretenden Nerven möglich.

Da die Dura nur zwei Anheftungspunkte besitzt, nämlich an der Schädelbasis und im Kreuzbein (Sacrum), lässt sich das craniosacrale System auch über eine Behandlung des Kreuzbeins beeinflussen. 

 

Viszerale Osteopathie

Ebenso wie die Muskeln sind auch alle Organe mit einer sehr dünnen Haut (Peritoneum)überzogen, die einerseits die Abgrenzung zu den anderen Organen ermöglicht und andererseits  mit schmerzleitenden Nervenendigungen versetzt ist. Das Organgewebe selber kann keinen Schmerz empfinden. 

Organe bewegen sich entweder wie die Hohlorgane des Magen-Darm-Traktes durch Eigenaktivität selber, oder werden durch die Atembewegung sowie Lageveränderungen des Körpers mehr oder weniger rhythmisch bewegt und drainiert. Das heißt, Organe die zur Stauung neigen, müssen bewegt werden, damit die in ihnen entstehenden Verdauungssäfte abtransportiert, das zufliessende Blut besser eintreten und Abbauprodukte abfließen können.

Darüber erklärt sich auch der Lagewechsel im Schlaf, der biologisch vorgegeben ist.

 

Kann ein Organ nicht frei Schwingen, liegen die Ursachen entweder im Organ selber (z.B. aufgrund einer Stoffwechselerkrankung, Fehlernährung, Vergiftung), am zu- und abführenden Gefäßsystem (Arterien, Venen, Lymphgefäße) oder an fehlerhaft eintreffenden Nervenimpulsen. Verklebungen und Narbenbildung nach Infektionen und Operationen können das Peritoneum verziehen und das Organ in einer Position fixieren.

Mit den viszeralen Osteopathietechniken werden diese Störungen aufgesucht und behandelt.

Im Kontext der anatomischen Zusammenhänge müssen verschaltete Segmente oder Segmentketten des Halteapparates sowie craniosacrale Dysfunktionen mitbehandelt werden. Manchmal bilden sie auch den Ausgangsweg, bei der Behandlung von viszeralen Störungen.

 

Liegen Stoffwechselerkrankungen, persitierende Infektionen, Steinbildungen oder gar tumuröse Veränderungen vor, ist eine fachärztliche Mitbehandlung zwingend erforderlich.

 

 

Parietale Ostepathie

Die parietale Osteopathie deckt sich mit der Manuellen Medizin. Der Schwerpunkt liegt bei der Behandlung von segmentalen Dysfunktionen des Halte- und Stützapparates, der Muskulatur und der Faszien.

Mit Blick auf die Ganzheitlichkeit können segmentale Funktionsstörungen durch Organfunktionsstörungen über das vielfältige Wechselspiel von Nerven, Faszien, Peritoneum, Knochen und Gelenken bedingt sein.